Einsatz und Wahrnehmung inhibierter Stickstoffdünger in Deutschland

Ergebnisse einer bundesweiten Betriebsbefragung

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.12767/7ajqss66

Abstract

Stickstoffverluste aus der landwirtschaftlichen Düngung tragen erheblich zu Umweltbelastungen wie Nitratauswaschungen, Ammoniak- und Lachgasemissionen bei. Urease- und Nitrifikationsinhibitoren werden daher als technologische Option diskutiert, um Stickstoffumsetzungsprozesse im Boden zu verlangsamen und Nährstoffverluste zu reduzieren. Empirische Erkenntnisse zur tatsächlichen Nutzung solcher Produkte auf Betriebsebene sind bislang jedoch begrenzt. Die vorliegende Studie untersucht die Verbreitung, Nutzung und Wahrnehmung inhibierter Stickstoffdünger in der landwirtschaftlichen Praxis in Deutschland. Grundlage ist eine standardisierte Onlinebefragung von 311 landwirtschaftlichen Betrieben im Januar 2026. Neben der Nutzung wurden Erfahrungen sowie ökonomische, ökologische und organisatorische Erwartungen der Landwirtinnen und Landwirte erhoben. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen der allgemeinen Selbstauskunft zur Nutzung und der aus Detailfragen abgeleiteten Anwendung. Während 39,5 % der Befragten angeben, inhibierte Stickstoffdünger zu verwenden, ergibt sich auf Basis spezifischer Fragen zu einzelnen Düngerarten eine Nutzung von 76,2 %. Dies deutet auf Wahrnehmungs- und Einordnungsunterschiede hin. Die deskriptiven Ergebnisse der auf dem UTAUT-Modell basierenden Konstrukte weisen insgesamt auf eine moderate Bewertung der Technologie hin. Besonders hoch ist die wahrgenommene Autonomie, während der ökonomische Nutzen zurückhaltender eingeschätzt wird als ökologische Effekte. Insgesamt sprechen die Ergebnisse dafür, dass die Nutzung inhibierter Stickstoffdünger weniger durch grundsätzliche Ablehnung als vielmehr durch Informations- und Wahrnehmungsprozesse beeinflusst wird.

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Veröffentlicht

2026-08-12

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