Die Wirtschaftlichkeit landwirtschaftlicher Betriebe in Deutschland vor dem Hintergrund steigender Bodenpreise

Autor/innen

  • Heiko Hansen Thünen-Institut für Betriebswirtschaft
  • Bernhard Forstner Thünen-Institut für Betriebswirtschaft
  • Andreas Tietz Thünen-Institut für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen

DOI:

https://doi.org/10.12767/cte3bm20

Abstract

In den vergangenen Jahren sind die durchschnittlichen Kauf- und Pachtpreise für landwirtschaftliche Flächen in Deutschland erheblich angestiegen. Die Gründe hierfür sind vielfältig und umfassen im Untersuchungszeitraum unter anderem steuer- und umweltrechtliche Aspekte, eine anhaltende Niedrigzinsphase, das Fehlen attraktiver alternativer Anlagemöglichkeiten und die zunehmende Überwälzung der Direktzahlungen in die Flächenpachten. Steigende Pachtpreise lassen auf eine hohe Nachfrage (bei knappem Angebot) und damit auf eine zunehmende Zahlungsbereitschaft für Pachtflächen schließen. Letztere ist wiederum auf eine, je nach Betriebsform, im Durchschnitt relativ gute wirtschaftliche Ertragslage in der Vergangenheit zurückzuführen bzw. bildet positive Gewinnerwartungen ab. Steigende Pachtpreise sind somit Ausdruck einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung und einer hohen regionalen Wettbewerbsfähigkeit, auch wenn sich dadurch die einzelbetrieblichen (Pacht-)Aufwendungen erhöhen. Unsere Analysen auf Basis von Buchführungsdaten zeigen, dass die Grundrenten und damit die Zahlungsfähigkeiten in den erfolgreicheren Betrieben teilweise deutlich über dem durchschnittlichen Pachtpreisniveau liegen. Diese Betriebe können trotz der gestiegenen Pachtpreise ökonomisch erfolgreich wirtschaften. Aus den Analysen lässt sich per se keine Notwendigkeit für staatliche Eingriffe zur Senkung oder Deckelung der Pachtpreise ableiten. Durch entsprechende Maßnahmen würde weder die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors gestärkt noch der Strukturwandel aufgehalten.

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Veröffentlicht

2026-09-03

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